Reisebericht Sri LankaSri Lanka Roadtrip mit drei Knirpsen
Ein Roadtrip mit drei Kindern durch den Süden und das Hochland von Sri Lanka. Ein Erfahrung nicht nur für uns Erwachsene. Tiere, Landschaften und die Menschen sind wohl die schönsten Erfahrungen, die wir im Gedächtnis behalten.
von EquinoX

Unterwegs im Hochland von Sri Lanka
© EquinoX
Bitte stellt euch kurz vor!
Wir, das sind Antje (Mama), Falko (Papa) und die Kids Jannis (5 Jahre), Frida (2 Jahre) und Willi (4 Monate). Reisen ist unsere Leidenschaft und wir gehen dabei regelmäßig über das allgemein akzeptierte „Normalmaß“ eines Standardurlaubs hinaus. Dies liegt weniger an den Zielen als an unseren Kindern, die wir natürlich immer dabei haben.
Was hat euch auf die Idee für eure Reise gebracht?
Wir haben Anfang 2016 eine unglaublich schöne (Eltern-) Zeit mit Frida in Neuseeland verbracht. Als sich dann unser Willi im Februar 2017 ankündigte, wussten wir sofort: Die anstehende Elternzeit wird wieder auf einem anderen Erdteil stattfinden.
Da wir als potentielle Ziel diesmal Asien ausgewählt haben, wollten wir allerdings vorher einen „Probelauf“ machen. Einerseits ist eine Reise mit drei (Klein-) Kindern doch etwas anderes, andererseits ist ein tropisches Klima durchaus anstrengend ;-).
Warum habt ihr euch gerade für dieses Reiseziel entschieden?
Sri Lanka hatte im Juni Nebensaison, also ausreichend Spielraum für Planänderungen. Unterkünfte waren massig frei und das Klima war nicht ganz so hart wie am Jahresanfang. Außerdem spielte auch finanzielle Gründe eine Rolle, da die geplante Elternzeit ja auch finanziert sein will.
Davon abgesehen, hatten wir Sri Lanka schon einige Jahre im Fokus, da die meisten von einem Paradies sprechen.
Wie sah eure Reiseroute aus?
Von Colombo erst nach Negombo mit einem Tag Aufenthalt, um den Kindern die 4 Stunden Zeitverschiebung zu erleichtern. Danach ins Hochland nach Kandy und weiter mit dem Zug Richtung Süden. Anschließend durch die Nationalparks, zur Südküste über Matara/Mirissa und an der Ostküste wieder hinauf nach Colombo.
Wie viel Vorbereitung war für die Reise nötig?
Wir haben etwa vier Wochen vorher mit der Planung begonnen und die Flüge gebucht. Ansonsten lag der Fokus in der Vorbereitung nur im sinnhaften Packen der Sachen und in einer vernüftigen Vorsorge gegen Sonne und Moskitos. Letzteres ist in guter Qualität unabdingbar mit kleinen Kindern.
Fliegen, lange Autofahrten, Windeln kaufen und Kinder bei Laune halten: Wie hat das alles geklappt?
Wie immer erstaunlich gut. An das Fliegen sind die beiden „größeren“ Kinder schon gewöhnt und der kleinste ist, aufgrund des jungen Alters, bzw. Mamas „Tankstelle“, tiefenentspannt. Auch die Auto und Zugfahrten liefen reibungslos. Allerdings ist man hin und wieder auf Unterstützung angewiesen (z.B. Buggy im Zug/Taxi).
Bei den Windeln waren wir etwas skeptisch und haben eigene für 7 Tage mitgenommen. Aber wie immer, gibt es selbst im tiefsten Dschungel und im kleinsten Shop auch Markenwindeln.
Euer ultimativer Geheimtipp?
Wir glauben, dass die Reise an sich, also das unterwegs sein in Sri Lanka, am schönsten war. Allerdings waren die Besuche der Nationalparks mit den Tieren und der Besuch des Fischmarktes morgens um sechs für die Kinder das Größte. Auch einfach einmal anhalten und die frischen Früchte probieren, ist unbedingt zu empfehlen.
Auf welches Gepäckstück hättet ihr nicht verzichten wollen, und was hätte auch zu Hause bleiben können?
Wir hätte etwa auf 50 % der Kleidungsstücke verzichten können. Auch das war ein Teil der Probe für die Elternzeit, dass Waschen nirgendwo ein Problem darstellt. Allerdings waren wir aufgrund der noch andauernden Regenzeit etwas vorsichtiger in der Anzahl der Kleidungsstücke.
Nicht zuletzt waren die vielen Windeln überflüssig, wenn man dort alles bekommt. Achja, und das Spielzeug haben wir unausgepackt wieder mit nach Hause gebracht.
Eine schwierige Situation:
Es wurde nur schwierig, wenn die 4 Erwachsenenhände nicht mehr ausreichten, um Kinder und Gepäck zu transportieren. Hier müssen wir nochmals auf die unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen verweisen. Diese waren immer da, wenn man jemanden brauchte.
Schwer lag uns der Besuch der Tsunami-Gedenkstätte auf der Seele. Wir haben diese in einer Schlafpause der Kinder besucht und kamen sehr gedrückt zurück.
Eine besonders schöne Situation:
Besonders schön sind immer Zufälle. Wir kamen in Matara an und standen mitten in einer feierlichen Prozession zu Ehren Buddhas. Mit unseren drei blonden Kindern wurden wir für zwei Stunden förmlich mitgerissen und unsere Kinder haben sich vollkommen anstecken lassen.
Ebenfalls besonders war die Zugfahrt im Hochland. Wir haben uns den Waggon mit einer Truppe junger Einheimischer geteilt, die die dreistündige Zugfahrt mit Musik und Spaß versüßt haben.
Meckereckchen: Worüber habt ihr euch auf eurer Reise auch mal geärgert?
Wir können eigentlich nicht meckern. Wir haben uns nicht ein einziges Mal über eine Situation ärgern müssen. Für unseren Großen war allerdings ein nicht funktionierender Pool ein Problem. 😉
Was hat euren Kindern am besten gefallen?
Für die beiden „Großen“ waren es sicher die Tiere. Ob Schildkröten am Strand, Geckos, „Fitefanten“ ;-), Krokodile, Haie etc., ein Highlight jagte das nächste. Für uns Erwachsene war die Zugfahrt durch das Hochland und die Strände der Traum.
Ganz konkret: eure Top-Ten-Liste bitte!
1. Kandy und allgemein das Hochland ist super schön, auch des milden Klimas wegen.
2. Unbedingt eine Zugfahrt durchs Hochland machen
3. Schildkröten am Strand beobachten
4. Fischmarkt in Kalutara
5. die Strände in Mirissa und Matara
6. Bentota Fluss mit dem Boot bis in die Mengroven
7. Tsunami Gedenkstätte
8. Teeplantagen unbedingt mal selbst besuchen
9. eine Tour durch die Nationalparks
10. unbedingt mit Einheimischen zusammen kochen!!! (kann man fast in jeder privaten Unterkunft)
Hat euer eingeplantes Reisebudget ausgereicht?
Ja, deutlich. Wir wollten günstig, aber wegen der Kinder vernünftig reisen und haben daher die Nebensaison gewählt. Auch wollten wir nicht komplett mit Bus und Bahn unterwegs sein, um uns die Schlepperei zu ersparen. Daher haben wir für ein paar Tage einen Van nur für uns, mit Fahrer und Guide besorgt.
Damit sind wir zu fünft mit Unterkünften, Guide und Fahrer inkl. Unterkunft, Minivan, Benzin, Eintrittsgelder und Essen zwischendurch auf 1800 € für zwei Wochen gekommen, zzgl. der Flüge.
Eure Spartipps?
Wer mag, kann sich per Mail direkt an uns wenden, da wir mittels Guide doch deutlich weniger ausgeben mussten, als wenn wir alles selbst hätten suchen und organisieren müssen. Des Weiteren kennen natürlich die Einheimischen immer eine günstigere und bessere Alternative in der Nähe.
Was würdet ihr beim nächsten Mal anders machen?
Nur weniger mitnehmen ist beim nächsten Mal das Ziel und einen leichten Tragesack für den Kleinsten besorgen. Die in Deutschland gängigen Tragen sind aus dickem Stoff und bei diesen Temperaturen viel zu warm. Ein leichtes Stofftuch macht sich wesentlich besser.
Könnt ihr euer Reiseziel als Reiseziel mit Baby oder kleinen Kindern weiterempfehlen?
Ja auf jeden Fall. Es ist dort alles erhältlich, was man auch hier bekommt. Von Windeln über Babynahrung ist alles käuflich zu erwerben. Am wichtigsten ist allerdings der Mückenschutz. Wir haben die Kleinen wirklich immer damit bearbeitet und auch sehr darauf geachtet, dass die Unterkünfte immer mit einem Moskitonetz ausgestattet waren. Dies ist allerdings im Normalfall Standard!
Euer Fazit: Hat euch eure Reise etwas „gebracht“ – was ist eure wichtigste Lektion von dieser Reise?
Auch mit drei Kindern, wovon 2 noch mindestens zeitweise getragen werden wollen, funktioniert ein Roadtrip wie dieser. Wir haben eine Menge Erfahrungen gesammelt.
Wie immer sind die Zeit und die Ruhe der entscheidende Faktor. Bei drei Kindern ist immer mal was, Windeln voll, Hunger, müde etc. Da heißt es dann immer: Zeit nehmen! Diesbezüglich war die Reise durch den eigenen Guide und Fahrer unglaublich flexibel und entspannt.

Strand
© EquinoX
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