Sicher skifahren mit KindernSicherheit auf der Skipiste: diese Regeln müsst ihr kennen

Beim Thema Skifahren denken wir an Pistengaudi, flotte Schwünge, ein Radler auf der Alm und stolze Kinder nach ihrem ersten Stemmbogen. Viel zu wenig denken Eltern an Sicherheit - dabei sollte die im Skiurlaub mit Kindern an erster Stelle stehen.

von KidsAway-Redaktion

Seite 2/4 Der erste Schritt: sichere Ausrüstung

Sicherheit beginnt mit der Ausrüstung

Gute Ausrüstung gibt Sicherheit © Pixabay

Gute Ausrüstung gibt Sicherheit

© Pixabay

Kinder sollten beim Skifahren immer einen Helm, eine Skibrille und eventuell einen Rückenprotektor tragen. In fast jedem Skiverleih bekommen Kinder (und Erwachsene) heutzutage einen Helm angeboten, es ist also kaum möglich, das zu „vergessen“.

Selbst wenn es extra kostet: Ein speziell fürs Skifahren entwickelter Helm kann euer Leben oder eure Gesundheit retten, also bitte hier nicht sparen.

Jeder Helm, den ihr tragt, muss das EU-Siegel EN 1077 tragen. Diese Helme sind (wie auch Fahrradhelme) auf einmalige Belastungen ausgelegt, das heißt: wenn ihr mit dem Helm gestürzt seid oder ihn aus mehr als Hüfthöhe fallengelassen habt, müsst ihr ihn ersetzen. Die Mikrorisse, die den Helm unbrauchbar machen können, sind mit bloßem Auge nicht zu sehen!

Und selbst wenn nichts passiert ist: Spätestens nach acht Jahren sollte jeder Helm ausgetauscht werden (das Herstellungsdatum ist im Helminneren aufgedruckt).

Probiert ruhig mehrere Helme, bis ihr einen gefunden habt, der eurem Kind gut passt. Er darf weder drücken noch wackeln – der Test ist, sich mit geöffnetem Kinnriemen langsam vorzubeugen, dabei darf der Helm nicht vom Kopf rutschen.

Für Kinder werden Helme mit Kinnbügel empfohlen, sodass auch der Kiefer bei einem Sturz schützt ist. Die Skibrille solltet ihr außen am Helm befestigen, damit sie nicht abrutscht oder unbemerkt verloren geht.

Damit sie nicht frieren oder schwitzen (und dadurch beim Fahren unaufmerksam werden), brauchen Kinder (und natürlich auch Erwachsene) wasserfeste, atmungsaktive Skikleidung.

Beim Kauf solltet ihr auf strahlende Farben mit starken Kontrasten achten – so sind die Kleinen auf der weißen Piste und eventuell bei Schneetreiben und Nebel besser zu sehen.

Snowboarder brauchen außerdem Handgelenkschützer und sollten Hosen mit verstärkten Knie- und Popartien tragen. Wichtig: Protektoren müssen das Zertifikat CE EN 1621-2 tragen!

 

ErfahrungsberichtHelmpflicht beim Skifahren?

Auch wenn es anders wirkt, weil heute fast jeder einen Helm trägt: In den meisten Skigebieten gibt es keine Helmpflicht. Trotzdem haben Gerichte geurteilt, dass Skifahrer ohne Helm eine Mitschuld an ihren Verletzungen tragen, und mit geringeren Versicherungszahlungen rechnen müssen!

  • Deutschland: generell keine Helmpflicht
  • Österreich: Helmpflicht gilt prinzipiell für Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre, in Tirol und Vorarlberg wird das aber weder kontrolliert noch bei Verstößen geahndet.
  • Schweiz: keine Helmpflicht, aber in vielen Skischulen wird Helm verlangt und fast jeder trägt einen Helm
  • Frankreich: keine Helmpflicht, aber in vielen Skischulen wird Helm verlangt
  • Italien: Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre, Kontrollen erfolgen durch die Polizei; Fahren ohne Helm kostet bis zu 200 Euro und Entzug des Skipasses!
  • Tschechien: keine Helmpflicht
  • Norwegen: Helmpflicht für Kinder unter 13 Jahren
  • Schweden: keine Helmpflicht, aber Kinder ohne Helm werden nicht im Lift befördert

 

Viele Verletzungen resultieren aus falsch eingestellten Bindungen, die zu schnell oder gar nicht auslösen. Gerade bei Kindern ist es wichtig, die Bindungen jedes Jahr neu einzustellen, da sich ihr Gewicht und die Größe stark verändern. Überlasst das am besten einem Profi im Skiverleih.

Eure Ausrüstung solltet ihr nicht nur am ersten Tag auf der Piste, sondern jeden Morgen checken. Sind die Bindungen fest, sitzen die Schuhe richtig, sind die Stöcke nicht verbogen? Im Zweifelsfall wird man euch im Skiverleih an der Talstation (oder an jeder Liftstation) mit Werkzeug und Sachverstand helfen. Bringt euren Kindern außerdem schon frühzeitig bei, wie sie selbst auf ihre Skier und Ausrüstung achten können.

Skiausrüstung leihen oder selbst kaufen? Beide Varianten haben Vor- und Nachteile in puncto Sicherheit. Wenn ihr euch Skier leiht, dann bitte nicht vom Kumpel oder von Oma, sondern in einem Skiverleih. Das hat den Vorteil, dass sie dann (fast) neuwertig und tipptopp gepflegt sind, und dass man euch bei der Wahl der richtigen Länge und beim Einstellen der Bindungen professionell hilft.

Die richtige Länge ist vor allem wichtig, wenn Kinder das Skifahren noch erlernen. Zu lange Ski machen das Kurvenfahren schwierig und bringen die Kleinen außerdem zu schnell auf Tempo. Sind sie dagegen zu kurz, fehlt den Kindern die nötige Stabilität, weil die Standfläche im Schnee zu klein ist.

 

TippAlpinski für Kinder sollten höchstens bis zu den Schultern reichen. Am besten, sie lassen sich fest unter die Achselhöhe klemmen.


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