ADAC-TestergebnisseAutokindersitz-Test 2020 von ADAC und Stiftung Warentest

Update: Der aktuelle Test von ADAC und Stiftung Warentest untersucht 26 neue Autokindersitze. Ergebnis: 19 Kandidaten schneiden "gut" oder sogar "sehr gut" ab. Und auch die schlechteren Ergebnisse - vor allem die zum ersten Mal getesteten faltbaren Sitze - sollten genauer betrachtet werden!

von KidsAway-Redaktion

Seite 7/9 Testergebnisse 2014

Die besten Kindersitze 2014

Der Testsieger 2014: Recaro Privia © Amazon.de

Der Testsieger 2014: Recaro Privia

© Amazon.de

Die guten Nachrichten zuerst, denn es sind in diesem Jahr viele: In fast jeder Gewichtsklasse wurden Sitze mit „Gut“ oder „Sehr gut“ bewertet – Eltern haben also wieder mehr Auswahl, wenn sie ihre Kinder zuverlässig sicher im Auto transportieren wollen. Testsieger im Jahr 2014 mit der Testnote 1,3 und dem ADAC-Prädikat „Sehr gut“ ist die Babyschale Recaro Privia mit Isofix-Basis Recaro fix für Kinder bis 13 kg Körpergewicht. Die Tester loben hier das geringe Gewicht von nur 4 kg (die Isofix-Basis schlägt noch einmal 5,4 kg drauf, die müsst ihr ja aber eher selten herumtragen) und die flexibel anzupassenden Hosenträgergurte der Sitzschale. Durch die Isofix-Befestigung ist das Risiko für Fehler beim Einbau sehr gering und der Sitz ist schnell eingebaut und fixiert. Wird der Sitz mit dem Autogurt fixiert (das ist ebenfalls möglich), erhält er nur noch eine „gute“ 1,9. Die Tester freuten sich außerdem über das gute Platzangebot des Sitzes und die gute Sicht des Kindes nach außen. Wermutstropfen: Der Recaro Privia schlägt mit 310 Euro Ladenpreis zu Buche – nicht eben günstig für eine Babyschale, die maximal 1,5 Jahre genutzt wird. Auch die anderen Sitze der Gruppe 0+ bis 13 kg, die im Test mit „Gut“ bzw. Gesamtnoten zwischen 1,6 und 2,3 abschnitten, kosten mit Isofix-Basis zwischen 290 Euro (Cybex Aton Q, Note 1,6) und 430 Euro (Maxi Cosi Pebble mit 2wayFix, Note 1,6). Wer wirklich sparen muss oder ein Auto ohne Isofix-Ösen fährt, kann jedoch beruhigt sein: Alle „guten“ Babyschalen sind auch ohne Isofix-Basis noch „gut“ getestet worden. Neben den vielen guten und sehr guten Babyschalen gab es zum Glück auch noch mehrere „gute“ Kandidaten in den höheren Gewichtsklassen für ältere Kinder. Der Römer Max-Fix 2 Isofix in der Gruppe 0+/I schneidet mit der Note 2,1 ab und ist damit ein weiterer empfehlenswerter Reboarder, in dem Kinder bis 18 kg, also etwa vier Jahre, entgegen der Fahrtrichtung sitzen. Hervorragende Ergebnisse in der Schadstoffbelastung und im Crashtest stehen hier dem hohen Gewicht von 12,9 kg und dem großen Platzbedarf entgegen. Und: Dieser Reboarder lässt sich nur mit Isofix-Ösen einbauen. Für 395 Euro liegt er im oberen Preissegment. Der andere „gute“ Sitz in der Gruppe o+/I ist ein sogenannter Fake-Reboarder: Der Concord Ultimax.2 lässt sich nur bis 13 kg rückwärts verwenden, schwerere Kinder müssen nach vorn schauend transportiert werden. Auch dieser Sitz kann nur mit Isofix befestigt werden; er wiegt zwar nur 8,9 kg, ist für das Kind komfortabel und bietet guten Frontalaufprall-Schutz, bekommt aber Minuspunkte für aufwendiges Anschnallen und schlechten Seitenaufprall-Schutz. Kosten: 330 Euro. Die „guten“ Kindersitze der Gruppe I für Kinder zwischen 9 und 18 kg Körpergewicht sind der Chicco Oasys 1 Isofix für 299 Euro und der Migo Saturn für 199 Euro bzw. 350 Euro mit Isofix-Basis. Das Problem beim Chicco: Er lässt sich nur mit Top-Tether-Riemen befestigen und ist sehr schwer. Beim Migo Saturn bemängeln die Tester wiederum den Seitenaufprallschutz aus Styropor, der nicht stabil am Sitz befestigt ist. Ungefähr in diese Klasse einzuordnen wäre der Maxi Cosi 2wayPearl mit Isofix-Basis, der die neue ECE-Klassifizierung „i-Size“ besitzt – er passt demnach für Kinder zwischen 67 cm und 105 cm Körpergröße, das maximale Gewicht sind 18,5 kg (das entspricht in etwa einem Alter von ein bis vier Jahren). Kinder zwischen 67 cm und 105 cm Größe können darin rückwärts sitzen, ab 15 Monaten bzw. 84 cm Größe dürfen sie wahlweise auch nach vorn schauen (was wir nicht empfehlen – rückwärts fahren Kinder immer sicherer!). Der erste Sitz nach dieser neuen EU-Norm, die in Zukunft alle alten Sitzklassen ablösen soll, erhielt im Test ebenfalls ein „Gut“ bzw. die Note 1,9. Die Testwerte sind allesamt gut bis sehr gut, einziges – großes – Manko ist der Preis: Der 2wayPearl soll 500 Euro kosten. Und: Er kann nur in Fahrzeugen verwendet werden, die explizit i-Size-tauglich sind oder auf der Typenliste des Sitzes aufgeführt werden. Der letzte mit „Gut“ getestete Sitz ist der Römer Kidfix XP mit Isofix – eine klassische Sitzerhöhung mit Rückenlehne der Klasse II/III für Kinder zwischen 15 und 36 kg bzw. etwa vier bis zwölf Jahre. Einziger Kritikpunkt der Tester: Der Sitz ist etwas eng. Er lässt sich wahlweise auch mit dem Dreipunktgurt des Autos befestigen und schlägt mit 196 Euro zu Buche

 

Schlusslichter im Test 2014

Mit einem „Mangelhaft“ bzw. der Note 5,5 fiel der ABC Design Risus mit Isofix Base in der Gruppe 0+ krachend durch den Test. Die guten bis sehr guten Noten für Handhabung, Verarbeitung und Schadstoffbelastung halfen der Babyschale nicht, die sich im Crashtest teilweise von der Isofix-Basis löste. Die 210 Euro für das Isofix-System kann man sich sparen und stattdessen nur die Risus-Babyschale für 90 Euro kaufen – diese erhielt immerhin die Testnote 3,1 in der Sicherheits-Kategorie. Mit „Ausreichend“ schnitt in der Gruppe 0+ die Jané Matrix Light 2 Babyschale ab, in der Babys bis 10 kg flach liegend transportiert werden können; danach können sie bis 13 kg entgegen der Fahrtrichtung angeschnallt. Interessant: Auch hier bezieht sich das schlechte Testergebnis auf die Isofix-Befestigung, der Sitz ohne Isofix benötigt für den Einbau zwar zwei Sitzplätze und zwei sehr lange Dreipunktgurte (ein Testeinbau wird vor dem Kauf unbedingt empfohlen!), erhält jedoch in der Kategorie Bedienung und Ergonomie eine bessere Note. Statt 540 Euro muss man hier also „nur“ 289 Euro ausgeben, um immerhin einen „befriedigenden“ Sitz zu bekommen. Nur „ausreichend“ schnitten außerdem zwei Reboarder in den Gruppen 0/I bis 18 kg und I/II bis 25 kg ab. Diese Testergebnisse sollten allerdings mit Bedacht gelesen werden: Der Römer Dual-Fix (Isofix) für Kinder bis 18 kg wurde abgewertet, weil der Hosenträgergurt zu lang für Neugeborene ist – für größere Kinder ist der Reboarder sehr sicher. Er kostet 465 Euro. Der Axkid Duofix (Isofix) für Kinder von einem Jahr bis etwa sieben Jahre, der sich bis 18 kg mit Isofix und bis 25 kg mit dem Fahrzeuggurt befestigen lässt, ist ein ausgezeichneter Reboarder für 480 Euro – abgewertet wird er, weil er sich alternativ auch vorwärtsgerichtet nutzen lässt und in dieser Richtung dann weniger Schutz bietet und aufwendiger einzubauen ist. Nutzt man den Axkid Dual-Fix wie konzipiert als Reboarder, gibt es keine Probleme.

Ergebnistabelle des ADAC-Kindersitztests 2014 © ADAC

Ergebnistabelle des ADAC-Kindersitztests 2014

© ADAC

 

Trends 2014

Was hat sich im Vergleich zu den Vorjahren verändert? Am auffallendsten sind natürlich die vielen „guten“ Sitze – es ist erfreulich, dass die Hersteller offenbar immer mehr Wert auf die Sicherheit ihrer Produkte legen. Kein Wunder: Mit „mangelhaft“ durchgefallene Sitze dürfen zwar weiter verkauft werden, verschwinden aber in der Regel rasch vom Markt oder werden nachgebessert. Lobend äußern sich die Tester vom ADAC außerdem über die geringe Schadstoffbelastung der Sitze – kein einziges Modell musste diesmal deswegen abgestuft werden. Immer mehr Autokindersitze sind als Isofix-Modelle erhältlich; auch das begrüßt der ADAC, weil der Einbau mit den Isofix-Ösen einfacher und schneller geht und häufige Fehlerquellen wie verdrehte oder zu lockere Fahrzeuggurte ausschaltet. Der Gesetzgeber beschleunigt diesen Trend, indem er die Fahrzeughersteller verpflichtet, neue Fahrzeugmodelle mit Isofix-Ösen und Top-Tether-Befestigungspunkt auszustatten. Ab November 2014 muss jedes verkaufte Neufahrzeug diese Vorrichtungen aufweisen. Schön, wenn dann noch mehr Autositze der neuen i-Size-Klasse in den Handel kommen, in denen alle Kinder bis 15 kg rückwärts gerichtet transportiert werden müssen. Bis dahin freuen wir uns, dass ADAC und Stiftung Warentest immer mehr Reboarder in ihre Tests aufnehmen – auch wenn es hier teilweise noch zu bedauernswert schlechten (oder eher verzerrten) Testergebnissen kommt.  


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